Eine Hand stapelt münzen aufeinander und daneben ist ein Mini Haus

Immobilienfinanzierung entschlüsselt: Ihr Leitfaden zum Traumhaus

Johannes Fenner

Johannes Fenner ist Co-Founder von Justhome. Die Immobilienfinanzierung ist seit mehreren Jahren seine Leidenschaft. Mit Justhome will er anderen dabei helfen, sich den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen.

4. Juli 2023Aktualisiert vor 9 TagenLesezeit: 12 Min.

Egal ob Eigentumswohnung oder freistehendes Haus – der Traum vom Eigenheim kostet in den meisten Fällen mehrere Hunderttausend Euro. Kaum jemand hat diese Summe einfach auf dem Konto. Genau hier kommt die Immobilienfinanzierung ins Spiel.

In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du wissen musst: Was eine Immobilienfinanzierung ist, welche Finanzierungsarten es gibt, wie viel du dir leisten kannst, wie der Antragsprozess abläuft – und welche staatlichen Förderungen dir helfen können.

Inhaltsverzeichnis

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Annuitätendarlehen ist die häufigste Finanzierungsform in Deutschland: Du zahlst monatlich eine gleichbleibende Rate aus Zins und Tilgung.
    • Je mehr Eigenkapital du einbringst, desto besser der Zinssatz – und desto geringer das Risiko.
    • Die Kaufnebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, ggf. Makler) betragen je nach Bundesland rund 8–12 % des Kaufpreises und sollten idealerweise aus Eigenkapital bestritten werden.
    • Staatliche Förderungen wie KfW-Programme können deine Finanzierung deutlich verbessern.
    • Ein unabhängiger Kreditvermittler vergleicht Angebote von vielen Banken und hilft dir, die besten Konditionen zu finden.

    Was ist eine Immobilienfinanzierung?

    Bei einer Immobilienfinanzierung stellt dir eine Bank einen Kredit bereit, mit dem du einen Großteil des Kaufpreises finanzierst. Den restlichen Teil bringst du selbst ein – das ist dein Eigenkapital.

    Den aufgenommenen Betrag zahlst du dann in monatlichen Raten zurück. Jede Rate besteht aus zwei Teilen:

    • Zinsen: Das ist die Gebühr, die du der Bank für das geliehene Geld zahlst.
    • Tilgung: Damit reduzierst du die eigentliche Schuld.

    Das Zusammenspiel dieser beiden Bestandteile bestimmt, wie lange du zahlst und wie teuer dein Kredit insgesamt wird.


    Die wichtigsten Finanzierungsarten im Überblick

    Annuitätendarlehen

    Das Annuitätendarlehen ist die mit Abstand häufigste Form der Immobilienfinanzierung in Deutschland. Der Begriff „Annuität" kommt vom lateinischen annus (Jahr) und steht für die gleichbleibende Jahresrate.

    So funktioniert es: Du zahlst jeden Monat denselben Betrag. Allerdings verschiebt sich das Verhältnis aus Zins und Tilgung über die Zeit: Zu Beginn ist der Zinsanteil höher, mit jeder Zahlung sinkt die Restschuld – und damit auch die Zinslast. Dadurch steigt der Tilgungsanteil automatisch. Am Ende der Laufzeit ist dein Darlehen weitgehend abgezahlt oder du benötigst eine Anschlussfinanzierung für die verbleibende Restschuld.

    Volltilgerdarlehen

    Beim Volltilgerdarlehen ist die Laufzeit fest vereinbart – du zahlst das Darlehen vollständig innerhalb der Zinsbindungsfrist zurück. Das bietet maximale Planungssicherheit, bedeutet aber auch eine höhere monatliche Rate. Diese Option eignet sich besonders, wenn dir Sicherheit wichtiger ist als Flexibilität.

    KfW-Darlehen

    Die staatliche KfW-Bank bietet zinsgünstige Förderdarlehen für den Kauf oder Bau von Immobilien an. Diese werden nicht direkt bei der KfW, sondern über eine Hausbank beantragt und können mit einem klassischen Annuitätendarlehen kombiniert werden. Mehr dazu findest du weiter unten im Abschnitt zu staatlichen Förderungen.

    Kombination mit Bausparvertrag

    Beim tilgungsausgesetzten Darlehen mit Bausparvertrag zahlst du zunächst nur Zinsen auf das Bankdarlehen und besparst gleichzeitig einen Bausparvertrag. Sobald dieser zuteilungsreif ist, wird das Bankdarlehen mit der Bausparsumme abgelöst. Dieses Modell kann in bestimmten Situationen Vorteile bieten, ist aber komplexer als ein einfaches Annuitätendarlehen.


    Zinssatz und Tilgungssatz: Der Unterschied zählt

    Was ist der Zinssatz?

    Der Zinssatz ist die Gebühr, die du der Bank für das geliehene Geld zahlst. In Angeboten wirst du zwei Werte sehen:

    • Sollzinssatz: Der reine Zinssatz für das Darlehen – relevant für deine monatliche Zinsberechnung.
    • Effektivzinssatz: Der Sollzins zuzüglich aller weiteren Kosten (z. B. Bearbeitungsgebühren). Dieser Wert macht Angebote verschiedener Banken vergleichbar.

    Beispiel: Du nimmst 200.000 Euro auf, der Sollzinssatz beträgt 3,6 % pro Jahr. Das ergibt monatliche Zinsen von 0,3 % × 200.000 Euro = 600 Euro.

    Was beeinflusst deinen Zinssatz?

    • Allgemeines Zinsniveau: Die Bank leiht sich selbst Geld am Kapitalmarkt. Sind die Refinanzierungskosten hoch, gibt sie das an dich weiter.
    • Beleihungsauslauf: Das ist der Anteil des Immobilienwerts, den du finanzierst. Wenn du 160.000 von 200.000 Euro finanzierst, liegt der Beleihungsauslauf bei 80 %. Je höher dieser Wert, desto größer das Risiko für die Bank – und desto höher der Zinssatz. Es lohnt sich daher, mehr Eigenkapital einzubringen.
    • Zinsbindungsfrist: Längere Bindungen kosten in der Regel etwas mehr, bieten aber mehr Sicherheit.
    • Deine Bonität: Deine Kreditwürdigkeit fließt ebenfalls in die Konditionen ein.

    Aktuelle Angebote für deine persönliche Situation kannst du einfach und kostenlos im Baufinanzierungsrechner erkunden.

    Was ist der Tilgungssatz?

    Der Tilgungssatz gibt an, welchen Prozentsatz deines Darlehens du pro Jahr zurückzahlst. Bei Annuitätendarlehen spricht man von der „anfänglichen Tilgung".

    Beispiel: Du hast 200.000 Euro aufgenommen, anfängliche Tilgung 2 % pro Jahr. Im ersten Monat zahlst du 200.000 × 2 % / 12 = ca. 333 Euro Tilgung. Im zweiten Monat beträgt die Restschuld nur noch 199.667 Euro – du zahlst also minimal weniger Zinsen, und der Tilgungsanteil steigt entsprechend.

    Dieser Effekt beschleunigt sich über die Jahre: Je länger du zahlst, desto schneller schrumpft die Schuld. Mit dem Tilgungsrechner kannst du selbst durchspielen, wie sich verschiedene Tilgungssätze auf die Laufzeit auswirken.

    Faustregel: Ein Tilgungssatz von mindestens 2 % pro Jahr ist für die meisten Finanzierungen empfehlenswert. Je höher die anfängliche Tilgung, desto kürzer die Gesamtlaufzeit.


    Die Zinsbindungsfrist: Planungssicherheit für Jahre

    Wenn du eine Immobilienfinanzierung abschließt, legst du einen Zeitraum fest, in dem der Zinssatz garantiert unverändert bleibt – das ist die Zinsbindungsfrist. In Deutschland sind 10, 15 oder 20 Jahre üblich.

    Wichtig zu verstehen: Eine 10-jährige Zinsbindung bedeutet nicht, dass du nach 10 Jahren schuldenfrei bist. Du hast in der Regel noch eine Restschuld, die du dann zu den dann aktuellen Zinsen neu finanzieren musst – die sogenannte Anschlussfinanzierung.

    Dabei hast du die Wahl: Du kannst bei deiner Bank bleiben oder zu einem anderen Anbieter wechseln. Ein Wechsel lohnt sich oft, da neue Banken attraktivere Konditionen bieten können.

    Tipp – das Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB: In Deutschland kannst du jeden Immobilienkredit 10 Jahre nach vollständiger Auszahlung kündigen, auch wenn du eine längere Zinsbindung vereinbart hast. Das gibt dir Flexibilität, falls sich die Zinsen positiv entwickeln.


    Aktuelle Zinslage

    Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen bewegen sich dynamisch und hängen von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, der Inflation und der Entwicklung am Kapitalmarkt ab. Nach der Niedrigzinsphase bis 2022 und dem deutlichen Zinsanstieg in den Folgejahren haben sich die Konditionen auf einem erhöhten, aber stabilen Niveau eingependelt.

    Ob der aktuelle Zeitpunkt günstig ist, hängt immer von deiner persönlichen Situation ab. Entscheidend ist nicht allein der Zins, sondern das Zusammenspiel aus Eigenkapital, Tilgungssatz, Zinsbindung und deiner monatlichen Belastbarkeit. Aktuelle Zinsen für deine konkrete Situation zeigt dir der Baufinanzierungsrechner.


    Wie viel Immobilienfinanzierung kann ich mir leisten?

    Das ist die erste und vielleicht wichtigste Frage auf dem Weg zum Eigenheim. Denn du musst die monatliche Rate nicht nur heute, sondern über viele Jahre verlässlich stemmen können.

    Eigenkapital: Die Basis deiner Finanzierung

    Eigenkapital ist alles, was du selbst einbringst: Ersparnisse, Wertpapiere, Guthaben aus einem Bausparvertrag oder bereits besitzte Immobilien.

    Als Faustregel gilt: Mindestens 20 % des Kaufpreises solltest du aus eigenen Mitteln beisteuern. Damit verbesserst du deinen Zinssatz spürbar und senkst die monatliche Belastung.

    Noch wichtiger: Die Kaufnebenkosten sollten zusätzlich aus Eigenkapital kommen.

    Kaufnebenkosten nicht vergessen

    Neben dem eigentlichen Kaufpreis fallen beim Immobilienkauf erhebliche Nebenkosten an. Diese variieren je nach Bundesland, liegen aber typischerweise zwischen 8 und 12 % des Kaufpreises:

    • Grunderwerbsteuer: Je nach Bundesland 3,5–6,5 % des Kaufpreises
    • Notarkosten und Grundbucheintragung: ca. 1,5–2 %
    • Maklerprovision (falls anfallend): bis zu 3,57 % für Käufer

    Banken finanzieren diese Kosten in der Regel nicht mit. Du solltest sie also aus eigener Tasche begleichen können.

    Mit dem Kaufnebenkostenrechner kannst du die Nebenkosten für dein konkretes Vorhaben schnell berechnen. Die Notarkosten schätzt du mit dem Notarkostenrechner.

    Was bleibt monatlich übrig?

    Für die Berechnung deines realistischen Budgets brauchst du zwei Werte:

    1. Nettohaushaltseinkommen: Das gemeinsame Nettoeinkommen aller Haushaltsmitglieder
    2. Monatliche Lebenshaltungskosten: Miete (entfällt nach dem Kauf), Versicherungen, Lebensmittel, Auto, Freizeit usw.

    Was nach Abzug der Lebenshaltungskosten übrig bleibt, ist deine maximale monatliche Rate – wobei du einen Puffer für unerwartete Ausgaben einplanen solltest.

    Faustregel: Die monatliche Rate sollte nicht mehr als 30–35 % des Nettohaushaltseinkommens betragen.

    Nutze den Budgetrechner, um dein persönliches Kaufbudget schnell und unkompliziert zu ermitteln.


    Staatliche Förderungen: Diese Möglichkeiten solltest du kennen

    Du musst deine Immobilienfinanzierung nicht allein stemmen. Der Staat unterstützt Käuferinnen und Käufer mit verschiedenen Programmen.

    KfW-Wohneigentumsprogramm (124)

    Das bekannteste Programm der staatlichen KfW-Bank ermöglicht dir ein zinsgünstiges Darlehen für den Kauf oder Bau einer selbst genutzten Immobilie. Es kann mit einem regulären Bankdarlehen kombiniert werden und hilft besonders dann, wenn du einen Teil des Kaufpreises günstig finanzieren möchtest.

    KfW-Programme für Energieeffizienz

    Wenn du eine energieeffiziente Immobilie kaufst oder sanierst, gibt es weitere Programme mit niedrigen Zinsen oder sogar Tilgungszuschüssen. Diese lohnen sich besonders beim Kauf älterer Immobilien, die du anschließend sanieren möchtest.

    Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage

    Wer einen Bausparvertrag bespart, kann unter bestimmten Einkommensgrenzen staatliche Zuschüsse erhalten.

    Regionale Förderungen

    Viele Bundesländer und Kommunen bieten eigene Förderprogramme an – etwa zinsgünstige Darlehen für Familien oder Zuschüsse für energetische Sanierungen. Es lohnt sich, diese zu prüfen, bevor du deine Finanzierung abschließt.

    Wichtig: Förderungen müssen in der Regel vor dem Kauf oder Baubeginn beantragt werden. Informiere dich also frühzeitig.


    Schritt für Schritt: So beantragst du eine Immobilienfinanzierung

    Hier kommt der Teil, den viele unterschätzen. Der Weg von der ersten Idee bis zur Auszahlung des Kredits hat mehrere Stationen. Wenn du weißt, was dich erwartet, verlierst du keine wertvolle Zeit.

    Schritt 1: Budget klären

    Bevor du auf Immobiliensuche gehst, solltest du wissen, wie viel du dir leisten kannst. Das schützt dich davor, dich in Objekte zu verlieben, die außerhalb deiner Möglichkeiten liegen. Nutze den Budgetrechner für eine erste Einschätzung.

    Schritt 2: Angebote vergleichen

    Hol dir Angebote von mehreren Banken oder nutze einen unabhängigen Kreditvermittler, der das für dich übernimmt. Vergleiche immer den Effektivzinssatz – er zeigt die wahren Kosten.

    Schritt 3: Finanzierungsbestätigung einholen

    Sobald du dein Budget kennst, kannst du eine Finanzierungsbestätigung einholen. Dieses Dokument zeigt Verkäufern und Maklern, dass du ernsthafter Käufer bist und die Finanzierung grundsätzlich darstellbar ist – ein echter Wettbewerbsvorteil in einem angespannten Markt.

    Schritt 4: Immobilie gefunden – Unterlagen einreichen

    Sobald du eine konkrete Immobilie im Blick hast, gibst du den offiziellen Kreditantrag ab. Dafür brauchst du zwei Arten von Unterlagen:

    Unterlagen zu deiner Person:

    • Gehaltsabrechnungen der letzten 2–3 Monate
    • Letzter Steuerbescheid
    • Kontoauszüge als Eigenkapitalnachweis
    • Personalausweis
    • Bei Selbstständigen: Einkommensteuerbescheide und betriebswirtschaftliche Auswertungen der letzten zwei bis drei Jahre

    Unterlagen zur Immobilie:

    • Kaufvertragsentwurf oder Exposé
    • Aktueller Grundbuchauszug
    • Grundrisse und Wohnflächenberechnung
    • Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung und Hausgeldabrechnungen
    • Bei Neubauten: Baubeschreibung und Baupläne

    Schritt 5: Kreditprüfung und Entscheidung

    Die Bank prüft deinen Antrag, bewertet die Immobilie und trifft eine Kreditentscheidung. Wie lange das dauert, hängt von der Komplexität deines Falls ab.

    Schritt 6: Vertrag unterzeichnen

    Nach der Zusage erhältst du den Kreditvertrag. Du hast in der Regel 1–2 Wochen Zeit, ihn zu prüfen und zu unterschreiben. Nach Eingang bei der Bank gilt ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen.

    Schritt 7: Notartermin und Auszahlung

    Nach dem Notartermin und der Eintragung der Grundschuld ins Grundbuch wird das Darlehen ausgezahlt.


    Wie lange dauert die Kreditentscheidung?

    Das hängt von deiner persönlichen Situation und der Komplexität des Falls ab:

    • Einfache Fälle (Angestellte mit festem Einkommen, hohem Eigenkapital, unkomplizierter Immobilie): Entscheidung oft innerhalb weniger Tage
    • Komplexere Fälle (Selbstständige, höhere Kreditsummen, Bestandsimmobilien mit Besonderheiten): 2–4 Wochen oder länger

    Bei Darlehen ab ca. 400.000 Euro wird häufig ein unabhängiger Gutachter von der Bank beauftragt, der die Immobilie bewertet. Das kann zusätzliche Zeit kosten, ist für dich aber kostenlos.

    Manchmal fordert die Bank Nachunterlagen an. Reagiere schnell darauf – das beschleunigt den Prozess erheblich.


    Was ist, wenn der Kreditantrag abgelehnt wird?

    Eine Ablehnung bedeutet nicht das Ende deines Vorhabens. Häufige Gründe sind:

    • Die Bank bewertet den Immobilienwert niedriger als den Kaufpreis
    • Das Eigenkapital reicht nicht aus
    • Die Bonitätsprüfung ergibt Einschränkungen
    • Die monatliche Rate übersteigt die Tragbarkeitsgrenze

    Was du tun kannst:

    • Mehr Eigenkapital einbringen
    • Eine andere Immobilie als Sicherheit stellen
    • Eine andere Bank anfragen – die Bewertungskriterien unterscheiden sich
    • Einen Kreditvermittler einschalten, der Zugang zu vielen Banken hat

    Lohnt sich ein Kreditvermittler?

    Ein unabhängiger Kreditvermittler vergleicht Angebote von oft über 400 Banken und Finanzierungspartnern für dich. Das spart Zeit und führt häufig zu besseren Konditionen, als wenn du selbst von Bank zu Bank gehst.

    Ein guter Vermittler hilft dir bei:

    • Budgetberatung: Was ist realistisch für deine Situation?
    • Angebotsvergleich: Welche Bank bietet die besten Konditionen?
    • Unterlagenzusammenstellung: Was brauche ich genau?
    • Förderoptimierung: Welche KfW-Programme passen?
    • Begleitung bis zur Auszahlung: Kein Leerstand in der Kommunikation

    Für dich als Kreditnehmer ist die Beratung durch einen Vermittler in der Regel kostenlos – die Bank zahlt die Provision.

    Ob und wann ein Kreditvermittler für dich sinnvoll ist, erfährst du im Ratgeber: Sollte ich für die Immobilienfinanzierung einen Kreditvermittler nutzen?


    Häufige Fragen zur Immobilienfinanzierung

    Was ist eine Immobilienfinanzierung?

    Eine Immobilienfinanzierung ist ein Bankdarlehen, das dir ermöglicht, eine Immobilie zu kaufen, ohne den gesamten Kaufpreis sofort aus eigenen Mitteln aufbringen zu müssen. Du bringst Eigenkapital ein, die Bank stellt den Rest als Kredit bereit – den du in monatlichen Raten zurückzahlst.

    Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Immobilienfinanzierung?

    Als Faustregel gilt: Mindestens 20 % des Kaufpreises solltest du als Eigenkapital mitbringen. Zusätzlich solltest du die Kaufnebenkosten (ca. 8–12 % je nach Bundesland) aus eigenen Mitteln bestreiten können. Theoretisch sind auch Finanzierungen mit weniger Eigenkapital möglich, aber sie kosten deutlich mehr Zinsen.

    Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?

    Der Sollzins ist der reine Zinssatz für das Darlehen. Der Effektivzins enthält zusätzlich alle weiteren Kosten des Kredits und macht Angebote verschiedener Banken vergleichbar. Für den Vergleich nutze immer den Effektivzins.

    Was passiert nach Ablauf der Zinsbindungsfrist?

    Wenn deine Zinsbindung endet, hast du in der Regel noch eine Restschuld. Du musst dann eine Anschlussfinanzierung abschließen – entweder bei deiner bisherigen Bank oder bei einer anderen. Der neue Zinssatz richtet sich nach dem dann aktuellen Marktniveau.

    Was sind Kaufnebenkosten und wie hoch sind sie?

    Kaufnebenkosten sind Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis anfallen. Dazu gehören Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je nach Bundesland), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5–2 %) sowie ggf. Maklerprovision. Insgesamt sind das je nach Bundesland 8–12 % des Kaufpreises.

    Wie lange dauert es, bis die Bank eine Entscheidung trifft?

    Bei einfachen Fällen mit vollständigen Unterlagen oft nur wenige Tage. Bei komplexen Fällen (Selbstständige, höhere Summen, besondere Immobilien) können es 2–4 Wochen sein. Je schneller du alle Unterlagen einreichst, desto schneller bekommst du eine Entscheidung.

    Welche staatlichen Förderungen gibt es für die Immobilienfinanzierung?

    Die bekanntesten Programme kommen von der KfW: zum Beispiel das Wohneigentumsprogramm (124) für den Kauf selbst genutzter Immobilien. Zusätzlich gibt es Programme für energieeffizientes Bauen und Sanieren sowie regionale Förderungen der Bundesländer. Förderungen müssen in der Regel vor Kauf oder Baubeginn beantragt werden.

    Kann ich einen Immobilienkredit vorzeitig zurückzahlen?

    Ja. Nach § 489 BGB hast du das Recht, jeden Immobilienkredit 10 Jahre nach vollständiger Auszahlung mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten zu kündigen – unabhängig von der vereinbarten Zinsbindungsfrist. Für eine vorzeitige Rückzahlung innerhalb der Zinsbindung fällt in der Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung an.


    Dein nächster Schritt

    Ob du gerade erst anfängst, dich zu informieren, oder schon konkret auf der Suche bist – diese Tools helfen dir weiter:

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